Glossar
Lightning-Invoice
Aktualisiert 12. Juni 2026
Eine Lightning-Invoice ist eine strukturierte Zahlungsaufforderung im Bitcoin-Lightning-Netzwerk, die alle für eine Transaktion notwendigen Informationen in einem einzigen, maschinenlesbaren String bündelt – standardisiert nach BOLT11 (Basis of Lightning Technology, Spezifikation Nr. 11).
Aufbau und Inhalt
Ein BOLT11-String kodiert mindestens: die Empfängeradresse, den Payment-Hash, die Ablaufzeit der Invoice sowie optionale Routing-Hinweise, die dem Netzwerk helfen, einen geeigneten Pfad durch bestehende Payment Channels zu finden. Der Betrag wird in Bitcoin referenziert, lässt sich aber über Multiplikatoren bis auf Milli-Satoshi-Ebene präzisieren – 10n steht beispielsweise für einen einzelnen Satoshi, 1u für hundert Satoshi. Da der resultierende String für Menschen unhandlich lang ist, wird er in der Praxis fast immer als QR-Code dargestellt.
Eine Besonderheit ist die sogenannte Zero-Amount-Invoice: Hier gibt der Aussteller keinen Betrag vor, und der Zahler trägt den gewünschten Wert selbst ein. Dieses Format eignet sich etwa für Trinkgeld-Funktionen oder offene Spendenlinks.
Einmaligkeit als Sicherheitsmerkmal
Lightning-Invoices sind grundsätzlich Einweginstrumente. Sobald eine Zahlung erfolgreich abgewickelt wurde – oder die Ablaufzeit verstrichen ist –, ist die Invoice ungültig und kann nicht für eine weitere Transaktion genutzt werden. Diese Eigenschaft ist kein Manko, sondern ein bewusstes Designprinzip: Jede Invoice ist an einen eindeutigen Payment-Hash gebunden, was Mehrfachabrechnungen ausschließt und die Privatsphäre beider Parteien schützt. Wer regelmäßig Zahlungen empfängt, muss für jede Transaktion eine neue Invoice generieren – eine Aufgabe, die Lightning-Wallets automatisch übernehmen.
Abgrenzung zur On-Chain-Adresse
Im Gegensatz zu einer regulären Bitcoin-Adresse, die beliebig oft für eingehende Zahlungen verwendet werden kann, ist die Lightning-Invoice zeitlich begrenzt und transaktionsgebunden. Die Abwicklung selbst erfolgt Off-Chain über das Netzwerk der Payment Channels und wird nahezu in Echtzeit bestätigt, ohne dass jede einzelne Zahlung auf der Blockchain verankert wird. Erst das abschließende Schließen eines Channels hinterlässt einen On-Chain-Fußabdruck.
Für Nutzer bedeutet das: kürzere Wartezeiten, niedrigere Gebühren und ein höherer Grad an Datensparsamkeit gegenüber On-Chain-Transaktionen – bei gleichzeitig geringerem Komfort durch die notwendige Online-Verfügbarkeit der empfangenden Seite.