KryptoRatgeber

Glossar

Korrektur

Aktualisiert 12. Juni 2026

Korrektur ist ein marktanalytischer Begriff für einen vorübergehenden Preisrückgang innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends, der typischerweise zwischen 10 und 30 Prozent gegenüber einem kurzfristigen Hoch umfasst. Fällt der Kurs weniger stark, gilt dies als gewöhnliche Volatilität; übersteigt der Rückgang dauerhaft die 30-Prozent-Schwelle, sprechen Analysten meist von einem Bärenmarkt.

Funktion und Marktmechanik

Korrekturen entstehen, wenn nach einer Anstiegsphase Verkaufsdruck zunimmt – sei es durch Gewinnmitnahmen, nachlassende Nachfrage oder eine veränderte Risikowahrnehmung. Marktbeobachter werten sie als notwendige Gleichgewichtsanpassung: Überkaufte Zustände werden abgebaut, Bewertungen normalisieren sich, und es bildet sich eine neue Kursbasis, von der aus weitere Bewegungen entstehen können. Korrekturen dauern meist wenige Tage bis einige Wochen; das entscheidende Merkmal ist, dass der übergeordnete Aufwärtstrend dabei nicht gebrochen wird.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Steigt ein Asset innerhalb kurzer Zeit deutlich an und fällt anschließend um rund 20 Prozent, bevor es den Anstieg fortsetzt, gilt dieser Rücksetzer als Korrektur – nicht als Trendwende. Ob ein Trendbruch tatsächlich ausbleibt, lässt sich jedoch erst im Rückblick mit Sicherheit beurteilen.

Elliott-Wellen und psychologische Falle

In der Elliott-Wellen-Theorie sind Korrekturen strukturell als A-B-C-Muster innerhalb des übergeordneten fünfwelligen Impulsmusters definiert. Die drei korrektiven Wellen laufen dabei gegen die Haupttrendrichtung und gelten als unvermeidlicher Bestandteil jedes Marktzyklus.

Psychologisch stellen Korrekturen eine der häufigsten Fehlerquellen für unerfahrene Marktteilnehmer dar: Der rapide Kursrückgang löst Panikverkäufe aus, Verluste werden realisiert – und anschließend erholt sich der Kurs. Wer hingegen die Korrektur fälschlicherweise als Beginn eines langfristigen Abschwungs deutet, trifft Entscheidungen auf Basis unvollständiger Information.

Wichtiger Hinweis: Die Einordnung eines Kursrückgangs als „Korrektur" ist keine Handelsempfehlung und kein Signal zum Kauf oder Verkauf. Chartmuster und technische Konzepte wie dieses können scheitern und liefern keine verlässlichen Prognosen über künftige Kursentwicklungen.

Abgrenzung

BegriffRückgangTrendstruktur
Normale Volatilitätunter ~10 %Aufwärtstrend intakt
Korrektur~10–30 %Aufwärtstrend intakt
Bärenmarktüber ~30 %Aufwärtstrend gebrochen

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