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Glossar

JSON-RPC

Aktualisiert 12. Juni 2026

JSON-RPC ist ein schlankes, zustandsloses Protokoll für Remote Procedure Calls (RPC), das JSON als Datenformat nutzt, um Funktionsaufrufe zwischen einem Client und einem entfernten System — etwa einem Blockchain-Knoten — zu strukturieren und zu übermitteln.

Aufbau eines Requests

Die aktuelle Spezifikation JSON-RPC 2.0 definiert ein Request-Objekt mit genau vier Feldern: jsonrpc enthält stets den String "2.0" zur Versionsidentifikation. method benennt die aufzurufende Prozedur als Zeichenkette. params übergibt die Argumente als Array oder Objekt. id schließlich verknüpft die Serverantwort eindeutig mit dem ursprünglichen Aufruf. Fehlt die id, gilt der Request als Notification — der Server antwortet dann nicht. Ein einfacher Aufruf, der den Ether-Kontostand einer Adresse abfragt, sieht demnach so aus:

``json { "jsonrpc": "2.0", "method": "eth_getBalance", "params": ["0xAbC…123", "latest"], "id": 1 } ``

Das Protokoll ist transport-agnostisch: Es funktioniert über HTTP, HTTPS und WebSockets gleichermaßen. Für Echtzeit-Anwendungsfälle — etwa das Empfangen neuer Blöcke unmittelbar nach ihrer Bestätigung — bieten WebSocket-Verbindungen asynchrone Subscriptions über eth_subscribe. Batch-Requests erlauben es, mehrere Methodenaufrufe in einem einzigen HTTP-Request zu bündeln, was Latenzen reduziert und Netzwerk-Overhead senkt.

Bedeutung im Blockchain-Kontext

Ethereum und nahezu alle EVM-kompatiblen Netzwerke haben JSON-RPC als Standard-API-Protokoll etabliert. Typische Methoden sind eth_call (lesender Aufruf eines Smart Contracts ohne On-Chain-Transaktion), eth_getBalance (Kontostand abfragen) und eth_sendRawTransaction (signierte Transaktion einreichen). Wer eine dezentrale Anwendung (dApp) entwickelt, kommuniziert über JSON-RPC mit einem Full Node — entweder einem selbst betriebenen oder einem über einen Drittanbieter zugänglichen.

Gegenüber REST-APIs besteht ein konzeptioneller Unterschied: REST adressiert Ressourcen über HTTP-Verben (GET /balance/0xAbC), während JSON-RPC Operationen als Funktionsaufrufe modelliert. Für node-nahe Blockchain-Interaktionen, bei denen es weniger um Ressourcen als um konkrete Prozeduren geht, ist dieses Paradigma semantisch treffender. Der Nachteil: JSON-RPC bietet von Haus aus keine einheitlichen Fehlerkonventionen über verschiedene Implementierungen hinweg, was Interoperabilität zwischen Nodes unterschiedlicher Clients gelegentlich erschwert.

Für Nutzer, die eigene Nodes betreiben oder Non-Custodial Wallets direkt mit Netzwerkknoten verbinden, ist das Verständnis von JSON-RPC relevant — etwa um RPC-Endpunkte korrekt zu konfigurieren und Sicherheitsrisiken durch ungeschützte Ports zu vermeiden.

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