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Glossar

IPFS (InterPlanetary File System)

Aktualisiert 12. Juni 2026

IPFS (InterPlanetary File System) ist ein dezentrales Peer-to-Peer-Protokoll zur Speicherung und Übertragung von Dateien, das 2015 von Juan Benet bei Protocol Labs entwickelt wurde, um das Web robuster, zensurresistenter und unabhängiger von zentralen Infrastrukturen zu machen.

Content-Addressing statt Location-Addressing

Das grundlegende Designprinzip unterscheidet IPFS vom klassischen Web: Während HTTP eine Datei über ihren Speicherort adressiert – also über die URL eines bestimmten Servers – vergibt IPFS jedem Inhalt einen eindeutigen kryptografischen Hash, der ausschließlich aus dem Inhalt selbst berechnet wird. Diese Methode heißt Content-Addressing. Eine Datei ist damit nicht mehr an einen einzelnen Server gebunden; sie kann von jedem Knoten im Netzwerk bereitgestellt werden, der eine identische Kopie hält. Ändert sich der Inhalt auch nur minimal, ändert sich der Hash vollständig – eine eingebaute Integritätsprüfung.

Technisch stützt sich IPFS auf drei Kernkomponenten: eine Distributed Hash Table (DHT) zur Lokalisierung von Inhalten im Netzwerk, BitSwap (vom BitTorrent-Prinzip inspiriert) für den effizienten Datenaustausch zwischen Peers sowie MerkleDag (an Git angelehnt) zur versionierten, baumartigen Verknüpfung von Dateiblöcken.

Relevanz im Krypto-Kontext

Im NFT-Bereich hat sich IPFS als verbreitete Lösung etabliert: Metadaten und Mediendateien eines NFT lassen sich auf IPFS ablegen, sodass der Token-Vertrag auf einen stabilen Content-Hash verweist statt auf eine abschaltbare zentrale URL. Das reduziert das Risiko, dass ein NFT ins Leere zeigt, weil ein Server offline geht – ein Problem, das bei rein HTTP-basierten Speicherlösungen strukturell angelegt ist.

Der direkte Zugriff auf IPFS-Inhalte setzt einen lokalen IPFS-Client oder einen HTTP-Gateway voraus. Letztere übersetzen IPFS-Adressen ins klassische Web-Protokoll und ermöglichen so den Zugriff über herkömmliche Browser ohne Zusatzsoftware. Nativen IPFS-Support im Browser – also ohne Extension – bot primär der Brave Browser ab 2021. Firefox unterstützt das Protokoll hingegen über die IPFS-Companion-Erweiterung; das ist kein nativer Support, sondern Add-on-basierte Integration.

IPFS löst nicht automatisch das Persistenzproblem: Inhalte bleiben nur so lange verfügbar, wie mindestens ein Knoten sie vorhält. Ergänzende Anreizprotokolle adressieren dieses Problem, indem sie Speicheranbieter ökonomisch für das dauerhafte Vorhalten von Daten entlohnen.

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