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Glossar

Future-Kontrakt

Aktualisiert 12. Juni 2026

Ein Future-Kontrakt ist ein standardisierter, börsengehandelter Vertrag, durch den sich Käufer und Verkäufer verbindlich verpflichten, einen definierten Basiswert zu einem heute festgelegten Preis an einem bestimmten zukünftigen Datum zu kaufen bzw. zu liefern.

Aufbau und Funktionsweise

Die Standardisierung ist das zentrale Merkmal: Jeder Kontrakt legt Qualität, Quantität, Lieferdatum und – bei physisch lieferbaren Produkten – den Lieferort des Basiswerts exakt fest. Ein Gold-Future beispielsweise umfasst typischerweise 100 Unzen Gold einer definierten Reinheit; ein BUND-Future läuft auf einen Nominalwert von 100.000 Euro. Im Kryptobereich sind es standardisierte Bitcoin- oder Ether-Mengen. Diese Einheitlichkeit macht Futures fungibel: Positionen lassen sich jederzeit durch ein Gegengeschäft glattstellen, ohne den Basiswert physisch zu übergeben.

Da Futures an regulierten Börsen wie der CME oder Eurex gehandelt werden, schaltet sich eine zentrale Clearingstelle zwischen Käufer und Verkäufer. Sie übernimmt die Abwicklung und eliminiert damit das Gegenparteirisiko, das bei privaten Terminabsprachen entstünde.

Long, Short und Hebelwirkung

Der Käufer einer Long-Position profitiert, wenn der Marktpreis des Basiswerts bis zum Verfallstermin steigt; der Verkäufer einer Short-Position profitiert bei fallenden Preisen. Gewinne einer Seite entsprechen stets den Verlusten der anderen – Futures sind ein Nullsummengeschäft.

Möglich wird der Handel durch Margin: Trader hinterlegen lediglich einen Bruchteil des Kontraktwerts als Sicherheitsleistung. Diese Hebelwirkung verstärkt Gewinne und Verluste gleichermaßen erheblich. Unterschreitet das Konto die Mindestmarge, wird eine sogenannte Margin Call ausgelöst – der Trader muss Kapital nachschießen oder die Position wird zwangsgeschlossen.

Einsatz in der Praxis

Futures erfüllen zwei grundlegende Funktionen: Hedging und Spekulation. Ein Bergbauunternehmen sichert künftige Verkaufserlöse ab, indem es Gold-Futures verkauft; ein institutioneller Anleger gewinnt Exposure auf Bitcoin, ohne die Coins selbst verwahren zu müssen. Im Kryptobereich erlauben Futures damit ein reguliertes Engagement – ganz ohne Custodial Wallet oder Selbstverwahrung.

Hinweis: Dieser Eintrag beschreibt, wie Future-Kontrakte konzeptionell funktionieren. Er stellt kein Handelssignal dar und enthält keine Empfehlung, Futures zu kaufen oder zu verkaufen. Futures-Positionen können zu Verlusten führen, die den ursprünglichen Einsatz übersteigen.

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