KryptoRatgeber

Glossar

ETP (Exchange Traded Product)

Aktualisiert 12. Juni 2026

ETP (Exchange Traded Product) ist der regulatorische Oberbegriff für börsengehandelte Wertpapiere, die die Wertentwicklung eines oder mehrerer zugrunde liegender Vermögenswerte abbilden und wie Aktien fortlaufend an einer Börse gehandelt werden können.

Drei Unterkategorien unter einem Dach

Unter den ETP-Begriff fallen drei strukturell unterschiedliche Produkttypen: ETFs (Exchange Traded Funds), ETNs (Exchange Traded Notes) sowie ETCs (Exchange Traded Commodities/Currencies). ETFs sind die bekannteste und am stärksten regulierte Kategorie – in den USA unterliegen sie dem Investment Company Act von 1940 mit spezifischen Anlegerschutzvorschriften zur Bewertung und Verwahrung von Fondsvermögen. ETNs und ETCs hingegen sind rechtlich als Schuldverschreibungen strukturiert: Der Emittent schuldet dem Anleger die Rückzahlung, die an die Wertentwicklung des Basiswerts gekoppelt ist.

Funktionsweise: Creation-and-Redemption-Mechanismus

Das Kernelement eines jeden ETPs ist der sogenannte Creation-and-Redemption-Prozess. Autorisierte Marktteilnehmer – in der Regel institutionelle Händler – können neue ETP-Anteile direkt beim Emittenten schaffen oder bestehende Anteile zurückgeben. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass der Börsenpreis eines ETPs stets in der Nähe seines Nettoinventarwerts (NAV) bleibt. Weicht der Marktpreis nennenswert vom NAV ab, bieten sich Arbitragemöglichkeiten, die beide Preise wieder annähern.

Krypto-ETPs: Indirektes Engagement ohne Wallet

Im Kontext von Kryptowährungen ermöglichen ETPs den Zugang zu digitalen Vermögenswerten über regulierte Börsen – ohne dass Anleger selbst eine Non-Custodial Wallet einrichten oder eine Kryptobörse nutzen müssen. In Europa sind Krypto-ETPs rechtlich als Schuldverschreibungen eingestuft, nicht als Fondsvermögen. Das bedeutet konkret: Anleger sind nicht direkte Eigentümer der zugrunde liegenden Kryptowährungen, sondern Gläubiger des Emittenten. Dieses Emittentenrisiko ist ein wesentlicher struktureller Unterschied zum Direktkauf, bei dem der Inhaber einer Custodial Wallet oder eines selbstverwalteten Wallets wirtschaftlicher Eigentümer der Token ist.

Die SEC reguliert ETPs in den USA; in Europa fallen sie je nach Produkttyp und Handelsplatz unter die Aufsicht der jeweils zuständigen nationalen Behörden sowie unter europäisches Wertpapierrecht. Der Begriff ETP wird im Sprachgebrauch mitunter synonym für Krypto-spezifische Produkte verwendet, obwohl er das gesamte Spektrum börsengehandelter Wertpapiere abdeckt.