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Glossar

ERC-20

Aktualisiert 12. Juni 2026

ERC-20 ist ein verbindlicher Schnittstellenstandard für fungible Token auf der Ethereum-Blockchain, der im November 2015 von Fabian Vogelsteller vorgeschlagen wurde. Der Name steht für Ethereum Request for Comments 20 – die Nummer bezeichnet schlicht die laufende Einreichung im Ethereum-Verbesserungsprozess.

Funktionsweise: Sechs Pflichtfunktionen

Jeder konforme Token muss exakt sechs Funktionen implementieren. Drei davon betreffen den Kontostand und die Gesamtmenge: totalSupply() gibt die im Umlauf befindliche Tokenmenge zurück, balanceOf() den Stand einer bestimmten Adresse. Die drei übrigen regeln Übertragungen: transfer() verschiebt Token direkt vom Aufrufer an eine Zieladresse. Für das Delegationsmodell – also die Übertragung durch Dritte – sind approve(), transferFrom() und allowance() gemeinsam zuständig: approve() erteilt einem Dritten (dem sogenannten Spender) eine Ausgabelimitierung, transferFrom() führt die Transaktion im Rahmen dieses Limits aus, und allowance() gibt jederzeit an, wie viele Token dieser Dritte im Auftrag des Inhabers noch bewegen darf. Ohne allowance() wäre das Delegationsmodell unvollständig, weil kein Protokoll den verbleibenden Spielraum zuverlässig abfragen könnte.

Darüber hinaus kennt der Standard drei optionale Metadaten-Funktionen: name(), symbol() und decimals(). Letztere legt die Dezimalstellen fest – üblich sind 18, analog zur kleinsten ETH-Einheit Wei.

Bedeutung und Einordnung

Fungibilität bedeutet: Jede Einheit eines ERC-20-Tokens ist mit jeder anderen Einheit desselben Tokens identisch – strukturell vergleichbar mit Euro-Münzen gleicher Stückelung. Das unterscheidet ERC-20-Token grundlegend von nicht-fungiblen Token (NFTs), die nach dem Standard ERC-721 ausgestellt werden.

Die praktische Tragweite des Standards liegt in der Interoperabilität: Wallets, dezentrale Börsen und DeFi-Protokolle müssen lediglich eine einheitliche Schnittstelle unterstützen, um mit jedem konformen Token zu interagieren. Das hat die Fragmentierung beseitigt, die vor 2017 den Token-Handel auf Ethereum erschwerte. Typische Anwendungsfälle reichen von Stablecoins – etwa USDC von Circle – über Governance-Token in DeFi-Protokollen bis hin zu In-Game-Währungen und tokenisierten Finanzanlagen.

Ein wichtiger technischer Hinweis: Transaktionen mit ERC-20-Token erfordern ETH für Gas, selbst wenn der gehandelte Token selbst kein ETH ist. Wer ausschließlich ERC-20-Token in einer Wallet hält, ohne ETH-Guthaben, kann diese Token nicht bewegen.

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