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Elliott-Wellen-Theorie

Aktualisiert 12. Juni 2026

Elliott-Wellen-Theorie ist ein Ansatz der technischen Analyse, der Kursbewegungen an Finanzmärkten als Abfolge wiederkehrender Wellenmuster beschreibt – begründet auf der Annahme, dass kollektive Massenpsychologie vorhersehbare Strukturen in Preisverläufen erzeugt.

Grundstruktur: Impuls und Korrektur

Ralph Nelson Elliott entwickelte das Konzept in den 1930er Jahren, nachdem er historische Kursdaten auf wiederkehrende Muster untersucht hatte. Sein Kernbefund: Ein vollständiger Marktzyklus besteht aus acht Wellen – fünf Impulswellen in Trendrichtung (Wellen 1 bis 5) und drei Korrekturwellen entgegen dem Trend (Wellen A, B, C).

Die fünf Impulswellen teilen sich weiter auf: Wellen 1, 3 und 5 verlaufen in Trendrichtung und gelten als „treibende" Wellen; Wellen 2 und 4 sind Gegenbewegungen innerhalb des übergeordneten Trends. Nach Abschluss des Fünf-Wellen-Zyklus folgt die ABC-Korrektur, die einen Teil des vorangegangenen Trends zurückläuft, bevor der nächste Impulszyklus beginnt.

Ein zentrales Merkmal ist die fraktale Struktur: Jede einzelne Welle lässt sich in kleinere Wellen gleicher Grundstruktur zerlegen. Eine Impulswelle auf dem Tageschart enthält demnach selbst wieder einen vollständigen Fünf-Wellen-Zyklus auf einem kleineren Zeitrahmen. Diese Selbstähnlichkeit macht die Theorie auf beliebige Zeitebenen – von Stundencharts bis zu Jahresbetrachtungen – anwendbar.

Verbindung zur Massenpsychologie und zu Fibonacci

Elliots Theorie stützt sich nicht auf Unternehmensdaten oder makroökonomische Kennzahlen, sondern ausschließlich auf das Verhalten der Marktteilnehmer: Der kollektive Wechsel zwischen Optimismus und Pessimismus erzeugt die beobachteten Wellenmuster. In Kryptowährungen mit ihrer hohen Retail-Beteiligung und ausgeprägten Stimmungszyklen findet der Ansatz entsprechend viele Anwender.

Praktisch wird die Elliott-Wellen-Theorie häufig mit Fibonacci-Verhältnissen kombiniert. Typischerweise reicht Welle 2 bis zu 61,8 % der Welle 1 zurück; Welle 3 übertrifft häufig das 1,618-Fache der Welle 1. Auf Basis solcher Relationen lassen sich potenzielle Wendebereiche und Positionen für Stop-Loss-Orders ableiten.

Wichtiger Hinweis: Die Elliott-Wellen-Theorie ist ein analytisches Beschreibungsmodell, kein Handelssignal. Wellenzählungen sind subjektiv – zwei erfahrene Analysten können denselben Chart unterschiedlich interpretieren. Muster können scheitern, sich neu konfigurieren oder auf kleineren Zeitebenen anders verlaufen als erwartet. Kein technisches Konzept liefert zuverlässige Kurs- oder Richtungsprognosen.

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