KryptoRatgeber

Glossar

Crab-Muster

Aktualisiert 12. Juni 2026

Das Crab-Muster ist ein harmonisches Chartmuster aus fünf Punkten (X, A, B, C, D), das auf präzisen Fibonacci-Verhältnissen basiert und eine potenzielle Umkehrzone im Kursverlauf eines Vermögenswerts markiert. Es wurde im Jahr 2000 von Scott Carney entwickelt und gilt innerhalb der harmonischen Analyse als eines der genauesten, zugleich aber auch aggressivsten Muster.

Aufbau und Fibonacci-Verhältnisse

Das Muster beginnt am Ausgangspunkt X und durchläuft vier Kursbewegungen. Punkt B liegt bei einem Retracement von 38,2 % bis 61,8 % der XA-Strecke. Das charakteristischste Merkmal ist Punkt D: Er befindet sich exakt bei der 1,618-Extension des XA-Legs – das ist das definierende Element der gesamten Struktur. Ergänzt wird dieser Wert durch extreme BC-Projektionen im Bereich von 2,618 bis 3,618 sowie ein alternatives AB=CD-Muster. Zusammen bilden diese Fibonacci-Ebenen die sogenannte Potenzielle Umkehrzone (PRZ – Potential Reversal Zone).

Der lange CD-Leg ist das optisch auffälligste Merkmal: Punkt D liegt erheblich weiter vom Ausgangspunkt entfernt als bei vergleichbaren harmonischen Mustern wie dem Gartley oder dem Bat. Diese tiefe Ausdehnung spiegelt eine ausgeprägte Kursdynamik wider und macht die PRZ besonders volatil.

Bullis und Bearish – zwei Varianten

Wie alle harmonischen Muster tritt das Crab in einer bullischen und einer bearischen Variante auf. Beim bullischen Crab fällt der Kurs von X nach A, steigt zu B, fällt zu C und erreicht schließlich ein tiefes D unterhalb von X – die PRZ liegt im Unterstützungsbereich. Beim bearischen Crab kehren sich alle Bewegungsrichtungen um; D bildet ein extremes Hoch.

Das Muster wird in Aktien-, Forex-, Rohstoff- und Kryptomärkten eingesetzt. Gerade in volatilen Märkten wie dem Kryptohandel kann die PRZ sehr eng und kurzlebig sein, was den Einsatz des Musters technisch anspruchsvoll macht.

Wichtiger Hinweis: Das Erkennen eines Crab-Musters ist kein Handelssignal und keine Garantie für eine tatsächliche Kurswende. Harmonische Muster – wie alle technischen Analysewerkzeuge – können scheitern, Fehlsignale erzeugen oder in trendstarken Märkten schlicht übergangen werden. Dieser Eintrag dient ausschließlich der Begriffsklärung und stellt keine Anlage- oder Handelsempfehlung dar.

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