Glossar
Coinbase-Transaktion
Aktualisiert 12. Juni 2026
Coinbase-Transaktion ist die erste und einzige Transaktion eines jeden Bitcoin-Blocks, die ohne gültigen Input-Verweis auf ein bestehendes UTXO auskommt und damit neue Bitcoins aus dem Nichts erzeugt – sie ist der technische Mechanismus, über den das Bitcoin-Protokoll sowohl die Block Subsidy als auch die Transaktionsgebühren an den erfolgreichen Miner ausschüttet.
Funktionsweise: Eingabe ohne Vorgänger
Normale Bitcoin-Transaktionen folgen dem UTXO-Modell: Jede Ausgabe verweist auf eine frühere, noch unverbrauchte Ausgabe als Eingabe. Die Coinbase-Transaktion bricht dieses Muster bewusst auf. Ihr einziger Input ist ein spezieller Platzhalter ohne Referenz auf ein vorhandenes UTXO – das Protokoll akzeptiert dies als Ausnahmefall, weil genau hier neue Bitcoins in Umlauf gebracht werden. Der Output enthält die aktuelle Block Subsidy (nach dem Halving im Jahr 2024 sind das 3,125 BTC) zuzüglich der Summe aller Transaktionsgebühren, die im selben Block enthalten sind. Diese Gesamtauszahlung darf den protokollseitig festgelegten Höchstbetrag nicht überschreiten – andernfalls würden andere Nodes den Block als ungültig ablehnen.
Ein weiteres technisches Merkmal ist die Reifefrist: Outputs einer Coinbase-Transaktion sind erst nach 100 weiteren Blöcken (etwa 16–17 Stunden) ausgebbar. Diese Sperrfrist schützt das Netzwerk vor Komplikationen, falls kurz nach der Miningbelohnung ein Block-Reorg auftritt und der Block nachträglich aus der längsten Kette herausfällt.
Das Coinbase-Field: Raum für beliebige Daten
Neben der Vergütungsfunktion enthält die Coinbase-Transaktion ein sogenanntes Coinbase-Field – einen Datenbereich, in dem Miner beliebige Informationen hinterlegen können. Das bekannteste Beispiel stammt aus Block #0, dem Genesis-Block: Satoshi Nakamoto bettete dort die Nachricht „The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks" ein – ein Zeitstempel, der gleichzeitig als politisches Statement gegen das Bankensystem gelesen werden kann und bis heute im öffentlichen Ledger unveränderlich gespeichert ist. Moderne Mining-Pools nutzen das Feld unter anderem, um ihren Pool-Namen zu signalisieren oder die Extra-Nonce für die Hashrate-Erweiterung zu kodieren.
Der Begriff „Coinbase" in diesem technischen Kontext ist vom US-amerikanischen Kryptounternehmen gleichen Namens vollständig unabhängig – die Bezeichnung existiert im Bitcoin-Protokoll seit dem Genesis-Block und beschreibt lediglich die Herkunft neu erzeugter Coins (englisch: coin base = Münzbasis).